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Kategorie: Kurzgeschichten
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121 mal angesehen
Geschrieben am 11.09.2010 um 07:26 Uhr
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Der Bruch

so boshaftig meine verzweifelte minderwertigkeit mich heute in ihre schweißbemuskelten arme gequetscht hatte, so joghurtleicht streiftest du mich frei und schenktest mir einen ersten freifix deiner bleich zarten schönheit. dein geruch, der gar nicht wahrnehmbar war, lockte meine inneren wächter an einen entfernten ort und lies mir etwas atem. sogar eine illusion von licht schien ich zu sehen. du ließest mich tanzen mit meinem schatten und dein weißes lächeln war mein scheinwerfer. freibier für alle, stille für uns. die frösche weinen sanft ihren unmut und die fische ahnen etwas ohne widerhaken. der abend war ein kleines wunder, welches nur in uns glühte. fern von dem lärm und dem blätterigen glanz
der sehnsuchtsvollen konsumenten unter denen auch unsere freunde weilten. sie kümmerten sich nur um sich und ihr kühles getränk. konsum ist zwang. wir waren so zwanglos wie gebärende frauen und schrieen uns stille gefühle in unsere überhitzten nacken. poesie geht anders, das weiß ich. wahrheit nicht, die kenn ich. ich habe sie in deinen glutaugen gesehen. ich bin benzin und du die flamme, lass uns diesen verdammten laden abfackeln. zusammen sind wir molotov. verbrennen wir die vernunft und die selbstliebe. in mir ruht die nichtverbrauchte energie von hundert lieben und du pustest deine glut direkt in mein silo. ich hätte gern mit dir getanzt, trügest du meinen bart und ich dein kleid. deine wellen schlagen gegen meine butterfelsen und unterspülen meine vernunft mit deiner schwarz strahlenden kraft. und jetzt sitzen wir hier, auf dem gipfel dieses abends und meines lebens. auf der bank am see neben der tanzscheune. keiner da. nicht ein kreischender mann, nicht eine weinende nichte. nicht ich. nur du und mein körper. und ein rekorder in meinem kopf der immer drauf hält. auf das ich mich für immer daran erinnern werde, wie glücklich ich doch war, als ich nicht da war. an dem abend der mich verändern würde. wo ich erstarrte zu holz und du deine initialien in mich ritztest. und mein fauler stumpf wird deine wunde über meinen tod hinaus in die welt schreien, soviel ist klar. und meine dummheit und unbeholfenheit wird dich mich schon vergessen haben auf deiner suche nach mir. du wirst dir nie im klaren sein das ich ES war. und das ist weitaus besser als wie ich, zu wissen, das du ES warst.

Kommentare
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  •  Florentine geschrieben vor 618 Tag (positiv) 
     
    1
    Ein toller Text. Er ist anders. Ich nehme an, du auch.
     
       
     
     
    2 Punkte
     
Copyright © 2012 Patrick Schlesinger.